Spiel-Ecke

Ermöglicht durch das Quartier U1 (Gefördert als Akteursprojekt im Quartier U1) – Aufgehrampen der U-Bahn-Station Maffeiplatz

Mit dem Projekt Spiel-Ecke wird der Zu- und Ausgang der U-Bahnstation Maffeiplatz zum spielkulturellen Ort. So wird der öffentliche Raum für Menschen jeden Alters erforschbar, gestaltbar und dadurch als Ort gemeinschaftlichen Lebens nutzbar – vor allem für Kinder.

Initiiert wurde das Projekt im Rahmen der Akteursförderung von Playing Peas e.V., ein Verein, der sich für das Recht auf Spiel (Artikel 31, Absatz 1, UN-Kinderrechtskonvention) einsetzt.

Im Vorfeld der Bemalung wurden zwei Beteiligungsaktionen an den beiden Aufgehrampen an der U-Bahnstation Maffeiplatz veranstaltet. Bei der, für alle Menschen offenen, Aktion wurden mit Straßenmalkreide und auf Fotos der Aufgehrampen Entwürfe erstellt. Ursprünglich plante Playing Peas offene Spielaktionen im Annapark, um auf die Spiel-Ecke aufmerksam zu machen und Menschen für die Beteiligung daran zu interessieren. Diese fielen aufgrund der damaligen Veranstaltungs- und Versammlungsverbote komplett aus. Die Teilnahme an den beiden Aktionen war schließlich zunächst zögerlich, obwohl das Interesse an der Aktion und dem Projekt groß war. Dies betraf vor allem Erwachsene. Kinder hatten sofort Ideen und legten mit der Gestaltung auf Asphalt und auf Papier sofort los. So konnten wir mit all den Skizzen einen kleinen „Datenpool“ anlegen, der dann die Grundlage zur finalen Rampengestaltung darstellte.

Die Gestaltung wurde schließlich mit Unterstützung des Jugendtreffs Anna umgesetzt, deren Rämlichkeiten als Aufenthalts- und Lagerraum für Farben, Werkzeug u.a. genutzt wurden. Ein Kernteam von neun Menschen begann die Bemalung der Rampen. Dafür wurden die Entwürfe besprochen und interpretiert, die detaillierte Gestaltung war nicht festgelegt, sondern den Malenden selbst überlassen.

Aufgrund der Corona-Pandemie war es leider nicht möglich, eine groß angelegte Beteiligungsaktion daraus zu machen. Doch – ohne dies beabsichtigt zu haben – schlossen sich uns während der Aktion immer wieder Menschen – Kinder, Jugendliche und Erwachsene – an, unterstützen uns bei der Arbeit und brachten sich in die Gestaltung mit ein. Auch die Mitwirkung des jungen Künstlers Akin, zu dem wir im Vorhinein über den Jugendtreff Kontakt aufnehmen konnten, war ein großer Erfolg. Er erschuf in Eigenregie das Animé-Kunstwerk auf der Westrampe.

Unterstützt wurde Playing Peas in Öffentlichkeitsarbeit und im Stadtteilarbeitskreis Steinbühl/Galgenhof durch den südpunkt und durch das Amt für Kultur und Freizeit sowie Bürgermeister Christian Vogel bei der Genehmigung und von SÖR bei der Vorbereitung. Auch die Zusammenarbeit mit dem Jugendtreff Anna war sehr produktiv, um noch mehr Kontakte direkt vor Ort mit den Quartiersbewohner*innen zu knüpfen und Akteur*innen zu vernetzen.

Bei den Genehmigungsprozessen waren es nach vielen Emails, Telefonaten, Konzepteinreichungen und Anträgen auch die produktiven Beratungstermine im Amt für Ideen des Urban Lab Nürnberg, die letztendlich zu den richtigen Kontakten in der Stadtverwaltung führten.

Die Reaktionen aus dem Quartier waren sehr vielfältig. Die ansässigen Einrichtungen waren hauptsächlich interessiert am Projekt und wollten weiterhin auf dem Laufenden gehalten werden. Einige hatten jedoch vermutlich Schwierigkeiten, sich vorzustellen, was denn tatsächlich passieren sollte. Dadurch waren sie eher zögerlich bezüglich einer Beteiligung oder Unterstützung. Die Reaktionen der Anwohner*innen waren ebenfalls gemischt. Einige wenige Senior*innen äußerten Bedenken bezüglich der Barrierefreiheit der Aufgänge und bezüglich Ordnung und Sauberkeit im öffentlichen Raum.

Ein großer Teil war jedoch bereits bei den Beteiligungsaktionen begeistert mit dabei und voller Lob für das Vorhaben. Auch am Tag der Malaktion bekam Playing Peas viel positives Feedback für die Idee und deren Umsetzung: Endlich wird der graue Asphalt ein bisschen bunt!

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